Kaltpressung – Sorgfalt vorausgesetzt

Die hochqualitativen Rohstoffe für die Herstellung von kaltgepressten Ölen sind praktisch nur zu beschaffen, wenn die Rohstoffproduzenten, deren Felder, die Pflegemassnahmen in den Feldern, die Erntebedingungen, das Aufbereitungsverfahren und die Lagerkonditionen der Ölsamen bekannt sind bzw. kontrolliert werden. Kleine, überschaubare Landwirtschaftsstrukturen können also auch ein Vorteil sein! 

Das St. Galler Öl wird durch einen rein me­chanischen Prozess aus den Ölsamen gewon­nen. Während dem Pressen achten wir darauf, dass das Öl nie wärmer als 37 °C wird. Wir pressen das ganze Jahr hindurch, weil wir unseren Kunden nur frisches Öl anbieten wollen. Durch das schonende Verfahren bleiben wichtige Fettsäuren und Vitamine erhalten und das wunderbare, arteigene Aroma der Ölpflanze kann sich entfalten. Durch die Kaltpressung werden sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe nicht zerstört. Das frisch gepresste Rohöl wird in unseren Kühlräumen sedimentiert. Auf das Filtrieren wird bewusst verzichtet, weil dies der Qualität des Öls abträglich wäre. 

Das Reinöl wird in kleinen Stückzahlen – immer gerade so viel wie nachgefragt wird – bei uns in Flawil abgefüllt. Die Etikettierung und Abfüllung der Flaschen wird vorwiegend durch unsere Bauernfrauen erledigt und generiert den beteiligten Bauernfamilien einen willkommenen Zusatzverdienst.

Gemäss Lebensmittelverordnung darf kaltgepresstes Öl bei der Herstellung nicht über 50°C erhitzt, noch chemisch oder thermisch behandelt werden.


Herstellungsschema vom kaltgepressten St. Galler Öl

Kaltpressung 

Vergleich Herstellungsschema St.Galler Öl und Ölraffinat (industriell):
pdfVergleich Herstellungsschema

Haben Sie das gewusst?

70 Prozent der Speiseöle werden importiert. Der grösste Teil sind industriell hergestellte Öle, sogenannte Ölraffinate. Mit Hilfe von chemischen Lösungsmitteln (Hexan) wird die Ölausbeute optimiert.

Raffinierte Öle sind billig aber kulinarisch auch entsprechend wertlos!

In der Schweiz werden die meisten Öle industriell hergestellt d.h. raffiniert. Bei der Raffination werden Temperaturen bis zu 250 °C gefahren. Damit das Öl überhaupt geniessbar und haltbar wird, muss es in mehreren chemischen und physikalischen Schritten behandelt werden. Dabei werden unter anderem Natronlauge, Phosphorsäure, Bleicherden und Wasserdampf eingesetzt. Raffiniertes Öl ist nahezu geruchlos und neutral im Geschmack. Bei der Raffination gehen durch die hohen Temperaturen viele Vitamine und andere, eigentlich wertvolle Inhaltsstoffe verloren.

Bei der Raffination können Transfettsäuren und weitere problematische Stoffe entstehen.

Kaltgepresstes, natives Öl aus einheimischen Ölpflanzen ist immer noch eine Rarität – eigentlich erstaunlich!

 
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